Die aktuelle Entwicklung

Mehr Menschen mit HIV, weniger HIV-Neuinfektionen


Das Robert Koch Institut hat nun die neuen Zahlen über HIV Infektionen für das Jahr 2018 herausgebracht. 

0-90-90-90 ist noch nicht (ganz) erreicht. 

Aktuell stehen wir in Deutschland bei 88-93-95 (das RKI lässt vorne die 0 die für 0 Diskriminierung steht, weg).

Kurzfassung: 
Die Zahl der HIV-Neuinfektionen in Deutschland sowie bei Menschen deutscher Herkunft, die sich im Ausland mit HIV infiziert haben, wird für das Jahr 2018 auf 2.400 geschätzt und nimmt damit gegenüber 2017 (nach aktu-alisierter Schätzung 2.500 Neuinfektionen) ab. 

Die Anzahl der geschätzten HIV-Neuinfektionen bei Männern, die Sex mit Männern haben (MSM) ging von etwa 2.200 Neuinfektionen in den Jahren 2012 und 2013 auf 1.600 Neuinfektionen im Jahr 2018 zurück, das entspricht einem Rückgang um etwa 27 %. 

Im Jahr 2018 haben sich etwa 310 Menschen beim Gebrauch intravenöser Drogen (IVD) mit HIV infiziert, diese Zahl ist seit dem Jahr 2012 auf niedrigem Niveau angestiegen. Etwa 530 Menschen haben sich in Deutschland auf heterosexuellem Weg (Hetero) mit HIV infiziert. Die Anzahl der HIV-Erstdiagnosen bei Menschen ausländischer Herkunftsregionen, die eine HIV-Infektion außerhalb von Deutschland erworben haben, lag im Jahr 2018 bei etwa 800 und ging damit gegenüber 2017 zurück.

Im Jahr 2018 wurden etwa 32 % der HIV-Infektionen erst mit einem fortgeschrittenen Immundefekt und etwa 15 % erst mit dem Vollbild AIDS diagnostiziert. Diese Anteile verlaufen seit dem Jahr 2005 sehr konstant.

Bis Ende 2018 stieg die Zahl der Menschen mit einer HIV-Infektion in Deutschland auf 87.900. Von diesen sind etwa 10.600 HIV-Infektionen noch nicht diagnostiziert. Während diese Zahl bei MSM zurückging, stieg sie in den anderen Gruppen an und ist insgesamt seit dem Jahr 2013 konstant. Der Anteil der diagnostizierten HIV-Infektionen stieg damit auf 88 %.

Seit 2015 empfehlen die HIV-Behandlungsleitlinien jede diagnostizierte HIV-Infektion in Deutschland umgehend antiretroviral zu therapieren. Der Anteil der Menschen mit diagnostizierter HIV-Infektion, die eine antiretrovirale Therapie erhalten, ist von 78 % im Jahr 2006 auf 93 % im Jahr 2018 angestiegen. Etwa 95 % dieser Therapien verliefen erfolgreich, d. h. es wurde eine Viruslast von weniger als 200 Viruskopien/ml Blut erreicht.

Die aktuellen Daten legen die Schlussfolgerung nahe, dass der Ausbau von zielgruppenspezifischen Testangeboten und ein früherer Behandlungsbeginn auch in Deutschland Erfolge zeigen. Dieser Weg sollte konsequent weiter umgesetzt werden, insbesondere durch eine weitere Verbesserung der Testangebote und die Gewährleistung des Zugangs zur Therapie für alle in Deutschland mit HIV lebenden Menschen. 

Der Einfluss der zunehmend vor allem von MSM verwendeten HIV-Präexpositionsprophylaxe (PrEP) auf das Infektionsgeschehen kann auf der derzeitigen Datenbasis noch nicht verlässlich eingeschätzt werden. Weitere, detailliertere Analysen sind erforderlich.

Hier gibt es alles im Detail zum nachlesen: 
https://www.rki.de/…/EpidBu…/Archiv/2019/Ausgaben/46_19.pdf…

(pro plus berlin; 15.11.19)